Samstag, 3. Dezember 2016
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Waldkapelle Hünkesohl

Die Marienkapelle Hünkesohl, weitab vom Verkehr und Lärm der Straße romantisch im Wald gelegen, ist eine beliebte Wallfahrts- und Betstätte. Sie verdankt ihre Entstehung einer bescheidenen einfachen Frau: Theresia Berg (1861-1929), die inzwischen bereits zur Legende wurde.

Man erzählt, ein Windstoß habe ihr eines Tages beim Hüten oder Holzholen ein zerknittertes Marienbildchen zugeweht, das sie mit ihrer Haarnadel an einen Baum heftete, um hier fortan zu beten und immer frische Blumen, die sie unterwegs pflückte, mitzubringen. Das papierne Bild ersetzte sie, als es zerfiel, durch eine einfache Marienfigur vom Typ „Fatima“.

Dies geschah in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Während des Weltkriegs nahmen weitere Drolshagener den versteckten Ort privater Marienverehrung an und wanderten mit ihren Sorgen in den Wald von Hünkesohl. So geriet die zunächst ganz intime Stätte nicht in Vergessenheit. In Erinnerung an diesen friedlichen Ort gelobte ein heimischer Soldat, August Bone, inmitten des bedrängenden Kriegsgeschehens, wenn er gesund die Heimat wiedersehe, wolle er den Gebetsort im Hünkesohl ausbauen und pflegen. Und bereits 1919 errichteten eine Reihe junger Männer aus Birkenstämmen ein strohgedecktes Kapellchen und stellten auf dem Hanggelände Bänke auf. August Bone pflegte die Anlage bis ins hohe Alter.

Als die Kapelle morsch wurde, befassten sich Kirchengemeinde und Stadt mit ihrem Erhalt. 1954 übernahm es die Kolpingsfamilie, aus massiven Baumstämmen eine neue Kapelle zu bauen. Die mittlerweile zu stattlicher Größe herangewachsenen Fichten blieben erhalten; die Zufahrtsmöglichkeiten wurden verbessert. In der Nachfolge von August Bone übernahm für weitere Jahrzehnte Hans Wagner die Pflege der kleinen Wallfahrtsstätte, derzeit gefolgt von Willi Stachelscheid.

Die Waldkapelle Hünkesohl ist auch für ältere Menschen gut zu Fuß erreichbar. Der Weg durch den Stadtpark „Lohmühle“ führt an dessen Ende über die Wormickebrücke. Dahinter wird die Straße „In der Trift“ überquert, um gleich den ausgeschilderten Weg zum Hünkesohl vor Augen zu haben. Am Ziel heißt es: „In stiller Waldeseinsamkeit sei gegrüßt Maria“.