Mittwoch, 31. August 2016
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Der Wegeringhauser Tunnel

 

Im Jahre 1903 wurde mit der Strecke Bergneustadt-Olpe der letzte Abschnitt einer Bahnverbindung aus dem südlichen Westfalen nach Köln ins Rheinland eröffnet. Dazu musste die Wasserscheide zwischen Bigge und Agger mit einem 724 m langen Tunnel 50 m unter der Ortschaft Wegeringhausen überwunden, besser noch unterwunden, werden. Über 15.000m³ Gestein wurden aus dem Berg geschafft. Dieses Gestein wurde zu beiden Seiten der Bahntrasse aber auch auf dem Gelände des Bahnhofs Hützemert verbaut. Das Tunnelgewölbe ist extrem dick. Geplant war damals eine Gewölbestärke von einem halben Meter. Es wurde aber zum Schluss ein ganzer Meter daraus. Dadurch stiegen allerdings die Baukosten sprunghaft an. Aus den geplanten 753.000 Reichsmark wurden dann doch über eine Million. Spunghafte Verteuerung eines Bauvorhabens ist also kein Phänomen unserer Zeit. Aber einen Vorteil hatte die kostenintensive und außergewöhnlich stabile Ausführung: Der Tunnel ist noch heute in erstklassigem Zustand.

 

Zum Bau des Tunnels benötigte man damals auch jede Menge italienische Wanderarbeiter, von denen einige ihre Liebe zu Drolshagen entdeckten und blieben. So kommt es auch daß, wenn man in ein Drolshagener Telefonbuch schaut, einige italienische Namen findet, wie die Familie Tomasetti, die sich mit Fug und Recht als „alteingesessen“ bezeichnen kann.

Der letzte Zug fuhr 1993 durch den Tunnel, der mit seinen 724 Metern der längste Radwegtunnel in Westfalen und im Rheinland ist. (in der BRD ist nur ein Tunnel in der Rhön noch länger)

Der Tunnel ist jährlich von November bis Mitte April geschlossen. Dann überwintern dort seltene geschützte Fledermausarten.

 

Durch den heute denkmalgeschützten Wegeringhauser Tunnel wird der Bergische Panoramaradweg verlaufen und bei Olpe auf den Ruhr-Sieg-Radweg stoßen. Somit ist sogar eine Verbindung zum Ruhrtalradweg geschaffen. Für Radfahrer ist das eine einzigartige Erschließung des Bergischen Landes, des Sauerlandes und des Siegerlandes.

Fotos:

 

1. Fotograf Sven Huperz

2. Bei der Einweihung am 11. Februar 1903 stellten sich die Arbeiter mit den Verantwortlichen und der Schmidt´schen Kapelle aus Drolshagen dem Fotografen auf der Pernzer Seite des Tunnels. Archiv Felix Stahlhacke

Bild unten: Der Musikverein Wegeringhausen marschierte zur Einweihung des Rad-Tunnels 2012 mit Pauken und Trompeten einmal ganz durch.

 

 

1 Kommentar

  1. Gute Abkürzung nach Olpe .Bin ich im August von Langenfeld NRW aus mit meinen Rad gefahren. Wollte zwar mit meinen Rad bis nach Thüringen aber bin nur bis Alchen bei Siegen ( Siegerland ) gekommen,dann ist mir mein Rad kaputt gegangen. Fazit man sollte
    auf ein Rennrad nicht zu viel Gepäck mitführen. Alle beiden Bremsen sind mir um die Ohren geflogen.